(Von: Felix Winter) Der Empfang an der Universität ist eindrucksvoll und typisch Russisch. Wir laufen über einen frisch verlegten grünen Teppich und werden von jungen Frauen in traditionellen Trachten begrüßt, die uns frisch gebackenes, reich verziertes Brot und Salz anbieten. Ich bin beeindruckt von der Organisation. An alles ist gedacht, die Beiträge werden simultan übersetzt und im Design ist die Brückenmetapher sinnreich umgesetzt. Wir sehen sofort, wie wichtig dieses Anliegen auch für unsere russischen Gastgeber ist und wir fühlen uns willkommen (siehe die Fotos). Zu einzelnen Teilen der Veranstaltung folgen weitere Einträge.

Grußbotschaft Matthias Platzeck

Grußwort Platzeck Russisch

Grußbotschaft Kommitee Bi-Now

Bericht zu den Vorträgen

Ich will hier nur von dem berichten, was mich besonders beeindruckt hat. Am Nachmittag sitzen wir in kleinen Gruppen an Tischen und gehen folgenden Fragen nach: Welche Chancen sehen Sie heut für den Frieden in Europa – welche Rollen können hier Russland und Deutschland spielen? Was kann aus Ihrer Sicht insbesondere die Zivilgesellschaft tun, um den Frieden zu erhalten? Wie stellen Sie sich Friedenserziehung und Erziehung zur Toleranz in der gegenwärtigen Situation vor? Es entspinnt sich ein reger Austausch an unserem Tisch. Einer unserer russischen Gesprächspartner berichtet von seiner Sorge um die Schwächung der Zivilgesellschaft in seinem Land. Auch, weil die Mittelschicht – als deren Hauptträger – im Moment angesichts der wirtschaftlichen Krise schrumpft. Aber es gibt auch Einschüchterungen durch nationalistische Gruppen, die im Internet laufen, wenn sich ein shitstorm über Leute ergießt, die nüchterne und abwägende Haltungen vertreten. Wir denken darüber nach, ob und wie man damit umgehen kann. Wir sind uns einig darin, dass der Wissenschaft in diesem Zusammenhang eine wichtig Rolle zukommt, weil sie den Prinzipen der Vernunft und begründeten Argumentationen verpflichtet ist. Wir stimmen auch darin überein, dass es in der Erinnerungskultur an den 2. Weltkrieg wichtig ist, auch und gerade die Leiden der Zivilbevölkerung herauszustellen. Vor allem die jungen Menschen sollten vermittelt bekommen, dass Krieg wenig oder nichts mit Heroismus zu tun hat, sondern für alle Beteiligten schreckliche Folgen hat. Es ist für mich auch interessant zu sehen, dass praktisch alle Anwesenden Geschichten aus dem 2. Weltkrieg mit sich herumschleppen, die mit dem Handeln ihrer Väter und Großväter zu tun haben. Oder mit dem Leiden der Mütter und Großmütter und manchmal auch mit Hilfe, die den „Feinden“ geleistet wurde. Diese Geschichten verbinden uns heute und treiben uns an, uns gemeinsam entschieden für den Erhalt des Friedens einzusetzen. Die Geschichte von Irina und die von Felix

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