Ein arbeitsreicher und intensiver Tag. Eine Frage, die mir gestern sehr deutlich bewusst geworden war, wurde heute intensiv behandelt und teilweise auch beantwortet. Es ist die Frage, wie junge Menschen in Deutschland und Russland dafür gewonnen werden können, die jeweils andere Seite kennenzulernen und sich für die Völkerverständigung und den Frieden zu engagieren. Für sie trifft weniger zu, dass sie noch wissen, was der Krieg ihrer Großväter und Urgroßväter angerichtet hat und wie wertvoll die Überwindung des Kalten Krieges war. Eine erste Antwort gab es bei der Vorstellung des Buches, das in Zusammenarbeit der Universitäten Nowgorod und Hildesheim entstanden ist. Hier waren etliche Autorinnen anwesend, die über die Kooperation die jeweils andere Sprache sehr gut gelernt haben und auch universitäre Abschlüsse an den ausländischen Hochschulen erworben haben. Diese Kooperation schafft Freundschaften und trägt gute Früchte.

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Aber wie kann es weitergehen? Nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass in Russland an den Schulen inzwischen weniger Deutsch und viel mehr Englisch gelernt wird. Und in Deutschland hat die Russische Sprache in den Schulen auch an Einfluss verloren. Im Rahmen unserer Zukunftswerkstatt sind etliche Gruppen dieser Frage nachgegangen und haben Vorschläge sowie konkrete Projekte entwickelt. Ich war beeindruckt, wie offen und pragmatisch wir über die kulturellen Grenzen hinweg sprechen und zusammenarbeiten konnten.

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Und am Ende hatten wir den Eindruck, tatsächlich an neuen Brücken gearbeitet zu haben. Was wir symbolisch darstellen konnten.

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Aber der Tag hatte noch andere Facetten. Denn einige Teilnehmer des Friedensforums waren beim 1. stellv. Bürgermeister Anatolij Schilov eingeladen. Das waren Olaf Selonke (Referent für Internationales beim Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld), Hans-Georg Fischer, Manfred Dümmer (beide Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld – Welikij Nowgorod) und Katrin Müller (Berufskolleg). Mit zugegen waren Prof. Dr. Wladimir Timofejew (Vorsitzender der Stadt-Duma) und Olga Vasiljeva (Dezernentin für internationale Angelegenheiten und Tourismus der Stadtadministration Nowgorod). Das Treffen war informell, sehr herzlich und informativ. Es wurde von russischer Seite der Wunsch nach einem Ausbau der wirtschaftlichen und gleichzeitig auch der städtepartnerschaftlichen Beziehungen seitens der Stadtverwaltungen aber auch der zivilgesellschaftlichen Gruppen betont. Ausführlich wurde die anstehende 30-Jahr-Feier des Vertrages der Städtepartnerschaft Welikij Nowgorod – Bielefeld angesprochen. Die russische Stadt plant in 2017 eine Jubiläumswoche und würde ähnliche Aktivitäten in Bielefeld begrüßen. Die Städtepartnerschaft mit Bielefeld hat für Anatolij Schilov wie auch für Prof. Timofejew 1. Priorität. Es wurde die Hoffnung geäußert, dass trotz der derzeitig schwierigen politischen Rahmenbedingungen die Beziehungen verstärkt und weiter ausgebaut werden.

Besuch beim Bürgermeister

Am Abend dann werden wir in das Theater Maliki entführt, das vor kurzem gerade in Bielefeld gastierte. Dort habe ich es verpasst, hier kann ich es nun sehen. Der weite Weg hat sich  gelohnt: artistisch, mulitmedial, in einprägsamen Bildern führt man uns das Stück „SPAM“ vor.

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